Buddhistische Gemeinschaft Triratna

Die Metta Bhavana (Entwicklung liebevoller Güte)

Das Pali-Wort Metta bedeutet Herzensgüte, Freundlichkeit oder Liebe; das Wort Bhavana heißt soviel wie Werden oder auch Entwicklung. Somit dient die traditionelle Meditationsform Metta Bhavana der Entwicklung von emotionaler Positivität und echtem Wohlwollen sich selbst und anderen gegenüber.

Die Meditation der Metta Bhavana teilt sich in fünf Abschnitte. Im ersten Abschnitt wird ein Gefühl von Freundlichkeit und Wohlwollen sich selbst gegenüber erzeugt. Dabei können verschiedene Methoden helfen, diese von Herzen kommende Freundlichkeit zu wecken: Bilder (z.B. die Vorstellung, von Licht durchflutet zu werden); Sätze (z.B.: „Möge ich glücklich sein!“) und auch Erinnerungen an Momente tiefer Harmonie mit sich selbst, etc. In der Metta Bhavana lernt jede/r Übende allmählich, wie er/sie am wirkungsvollsten zu einer wirklich positiven Haltung findet.

In den weiteren Abschnitten der Meditation stellt man sich andere Menschen, mit denen man bekannt ist, vor. Dies sollen, je nach Abschnitt, Personen sein, denen man entweder freundschaftlich, neutral oder mit Ablehnung begegnet.

Man versucht, auch für diese Menschen Wohlwollen und Freundlichkeit zu entwickeln; sie in all ihren Facetten zu sehen, mit ihren schönen Seiten, ihren Schwächen, ihrer Sehnsucht nach Glück und Zufriedenheit, etc.

Die Metta Bhavana ist keine ‚Autosuggestions-Übung‘. Es geht nicht darum, sich einzureden, alle Menschen seien nett und sympathisch. Zunächst werden die eigenen (auch die zwiespältigen und ablehnenden) Gefühle wahrgenommen und akzeptiert; allmählich lernt man, sich sanft zu entspannen und positiv zu öffnen.

Die Früchte der Übung bestehen in einem wachsenden Einfühlungsvermögen und einer positiveren Einstellung sich selbst und anderen gegenüber. Die Metta Bhavana kann eine dramatisch positive Wirkung auf Konfliktsituationen haben! Sie ist auch ein hervorragendes Gegenmittel gegen Gereiztheit, schlechte Laune und gegen eine harte, überkritische Haltung sich selbst und anderen gegenüber.

 

Weiterführende Anleitungen:

Die Entwicklung von liebevoller Güte